Interessantes, Neues, Rückblick und Hoffnungen, ganz normales Imkerleben eben

Was uns bewegt, was wir erleben mit unseren Bienen, was wir hoffen - und das ist für Imker immer ein wichtiges Thema, hier hat alles seinen Raum.

Wenn du Fragen hast, dann schreib uns einfach, wir nehmen gerne Themen auf.

 

Was machen die Bienen im Winter?

Januar 23, 2021 in Jahreszeiten

Machen sie einen Winterschlaf?
Überleben alle Bienen den Winter?
Wo ist die Königin?
Woher kommt das Futter im Winter?
Müssen die nicht mal aufs Clo?
Diese und noch viele weitere Fragen werden mir oft gestellt.

Und so ist es wirklich:
Im Bienenherbst füttern wir ein. Der Bienenherbst dauert nur bis Ende September, dann müssen die Bienen genug Vorrat für den ganzen Winter haben. Wir versorgen sie mit durchschnittlich 20 kg Zuckersirup, der aus Zuckersorten besteht, die auch in der Natur vorkommen.

Futtersirup

Wenn es kälter wird, bilden die Bienen eine immer engere Kugel, sie rutschen quasi zusammen. In der Mitte sitzt die Königin, dort ist es am wärmsten, etwa wie in einem Wohnzimmer. Die Bienen, die außen sitzen, kühlen immer weiter ab und müssen rechtzeitig nach innen rutschen, bevor sie verklammen. Sonst sterben sie. So tauschen die Bienen immer wieder den Platz. Jede darf mal zum Aufwärmen in die Mitte.

Das Heizen kostet viel Energie. Daher müssen die Bienen an die Vorräte rankommen. Das klappt nur, wenn genug eingefüttert ist. Manchmal passiert es auch, dass ein Kälteeinbruch verhindert, dass die Bienen an die Futterreserven kommen. Der Weg durch die Kälte ist einfach zu weit. Dann erfrieren sie auf dem Weg und das Volk verhungert, weil Futternachschub fehlt.
Um leichter von Wabe zu Wabe wandern zu können, bauen die Bienen im Herbst kleine Brücken. Die darf der Imker niemals abkratzen!

Wabenbrücken

In jedem Fall sollten die Bienen im Herbst vielfältigen Pollen (Blütenstaub) in einer artenreichen Landschaft finden. Pollen ist eiweißreich und hilft den Bienen über den Winter zu kommen und die neue Brut, die kurz nach der Wintersonnwende angelegt wird, zu versorgen.

Bunter Pollen zeugt von Vielfalt.

Natürlich müssen Bienen auch abkoten. Sie tun das nur zuhause im Stock, wenn sie sehr krank sind. So treffen sie Vorkehrungen, damit keine Keime die Wohnung belasten. Sobald es etwa 10 Grad hat, fliegen die ersten Bienen aus. Wenn es mal ein schöner Tag ist, sollte man darauf verzichten, Wäsche außen zu trocknen. Die Bienen nutzen jedes Fleckchen, um sich zu erleichtern. Je weißer, desto besser.

Ein warmer Tag – ein erster Ausflug

Ab Februar blühen oft schon Hasel, Winterling, Krokus und dann Kornelkirschen. Jetzt gibt es den ersten Nektar und frischen Pollen. Bis die Bienen aber über den Berg sind, dauert es noch. Erst wenn die Kirschen blühen, ist alles in trockenen Tüchern. Und bis dahin ist es noch ein ganz schön langer Weg.

Bienen mögen am Liebsten Salweiden.
Krokusse werden gern besucht.

Wohnen im Frühling

Mai 24, 2020 in Queerbeet

Eigentlich sollen unsere Bienen ja recht friedvoll so wohnen:

Leider machen sie es – gerade im Frühsommer – nicht immer so. Wenn das Nahrungsangebot wächst, wollen auch die Bienen sich vermehren und legen neue Weiselzellen an. Das sind die Zellen, in denen zukünftige Königinnen heranwachsen. Nachdem es aber immer nur eine Königin pro Volk geben kann, muss um den Geburtstermin der ersten neuen Königin die alte mit der Hälfte des Volkes ausziehen. Zurück bleiben eine oder mehrere Königin-Anwärterinnen. Wenn es mehrere gibt, kann das Volk auch mehrfach schwärmen – bis am Ende die ausziehenden Bienen den meisten Honig mitgenommen haben und vom ursprünglichen Volk kaum noch etwas da ist.
Daher tut man als Imker gut daran, seine Völker sorgfältig durchzusehen und die Weiselzellen auszubrechen. Das ist aber nicht immer ganz einfach, denn Bienen sind findig. Das kann dann zum Beispiel auch mal so aussehen:

Hier waren die Bienen sehr fleißig. Wenn man eine der Weiselzellen übersieht, ist der Himmel auf einmal voll mit schwärmenden Bienen. Das ist ein Erlebnis!

Wenn es gut geht, sammeln sich die Bienen in erreichbarer Höhe. Die Königin sitzt jetzt im Schwarm. Wenn man Glück hat, kann man sie in eine Beute schütteln. Dann ziehen alle Bienen ebenfalls in die Beute ein.

“Auswintern”

April 9, 2020 in Queerbeet

Ich muss jetzt unbedingt mal zeigen, worüber sich ein Imker im Frühling freut.

Das ist also eine schöne Wabe Anfang April. Sie sagt, dass es den Bienen gut geht, dass sie noch genug Vorrat haben, dass sie ein wunderbares Brutnest haben und dass sie schon genügend Pollen finden um die junge Brut groß zu ziehen.

Das Besondere am Brutnest ist, dass es immer rund angelegt wird, weil eine Kugel die physisch beste Wärmeverteilung bietet. Die Königin fängt mit einem sehr kleinen Brutnest oft schon im Januar an. Das sieht man auf dem Bild gut, denn die Bienen sind dort bereits geschlüpft und die Königin hat neue Eier in die leer gewordenen Zellen gelegt. Diese Brut ist noch offen und damit weniger als 9 Tage alt. Außen herum befindet sich ältere Brut.

Die Pollen sind ganz bunt, denn die Bienen holen ihn von verschiedenen Pflanzen. Krokusse sind hellgelb und die Pollenhöschen glänzen. Mirabellen haben dunkel-orangen Pollen. Aber natürlich kann man als Laie und ohne Mikroskop Pollen häufig nicht zuordnen. Er ist trotzdem schön.