Interessantes, Neues, Rückblick und Hoffnungen, ganz normales Imkerleben eben

Was uns bewegt, was wir erleben mit unseren Bienen, was wir hoffen - und das ist für Imker immer ein wichtiges Thema, hier hat alles seinen Raum.

Wenn du Fragen hast, dann schreib uns einfach, wir nehmen gerne Themen auf.

 

Wir auch! – sagen die anderen Insekten!

Januar 5, 2020 in Queerbeet

Wir wollen mal die anderen Insekten zu Wort kommen lassen. Es ist uns wichtig, dass wir unseren Honigbienen einen guten Platz zum Leben bieten, aber eben nicht nur. Und so bieten der Garten und unsere Standplätze Raum für viele Insekten.

Viele Insekten sind Spezialisten und brauchen besondere Lebensräume. Da gibt es diejenigen, die sich auf eine Pflanze festgelegt haben und ohne deren ausreichende Vorkommen sie nicht mehr überleben können. Oder aber andere, denen es gelungen ist, sich an Nahrungsquellen anzupassen.

Holzbienen zum Beispiel benötigen trockene Überwinterungsquartiere im Totholz. Im Frühling, wenn sie Nektar benötigen um sich über den Sommer vermehren zu können, beißen sie gerne Blüten an deren Boden an, um schneller an den süßen Saft zu gelangen.

Andere haben einen besonders langen Rüssel entwickelt, wie zum Bespsiel Hummeln. Die kleine Wildbiene am Wiesensalbei hat einen speziellen Haltegriff entwickelt um den Klappmechanismus der Lippenblüte auszulösen.

Ein paar schnelle Tipps für unsere “wilden” Helfer

  • Blühpflanzen ausblühen lassen, damit sich heimische Arten vermehren können. Eine einzelne Pflanze genügt oft nicht.
  • Ein Totholzhaufen, ein sandig-steiniges Eck, Pflanzen mit hohlen Stängeln helfen oft mehr als Insektenhotels.
  • Ein Stück Rasen mal nur noch mit der (Hand!)-Sense mähen. Dafür gibt es sogar Kurse, es macht Spaß und ersetzt den Gang zum Fitnessstudio.
  • Kraut oder Unkraut: Löwenzahn, Schafgarbe, Huflattich, Spitzwegerich, Günsel? Alles Heilpflanzen und im Garten gut zu haben. Und viele sehen auch noch wunderschön aus.
  • Und noch etwas: Wer ein Insektenhotel bauen möchte, bohrt das Holz bitte NICHT an der Stirnseite an. Die aufsetehenden Holzsplitter zerreißen die dünnen Häute unserer Wildbienen. Besser ist es, Holz “quer”, also in die Längsseite zu bohren.

Ein Sommer der Hindernisse

Oktober 5, 2019 in Queerbeet

Alle, die auf den ein oder anderen Beitrag gewartet haben, musste ich in diesem Sommer enttäuschen. Ein um das andere Ereignis hat meine Zeit gefressen und so bleibt mir nur, mich zu entschuldigen und hoffen, dass alles im nächsten Jahr besser wird. Aber das hoffen ja alle Imker immer.

Aber der Reihe nach:

Viel zu viele Völker waren gesund aus dem Winter gekommen. Das ist schön, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war in der Schwarmzeit von Freitag früh bis Sonntag Nachmittag bei den Bienen. An Wochenende war nicht zu denken. Immerhin: Viele Völker = viel Honig? Naja …
Wegen der Kälte konnten die Bienen zuerst nicht ausfliegen und als es warm wurde, stand der Raps zu trocken. Raps braucht “nasse Füße und einen warmen Kopf”. Also gab es viel Flugverkehr, aber kein Lohn für die Mühe – nicht für die Bienen und nicht für uns. Immerhin wuchsen und gediehen die Völker – bis ihnen der Platz in den Beuten zu eng wurde, dann …
… schwärmten sie. Nicht nur bei mir. Wir Imker halfen uns an den ganz wilden Tagen gegenseitig, damit wir überhaupt nachkamen mit dem Schwarmfangen. Wie viele Schwärme dieses Jahr heimatlos wurden, weiß keiner so genau. Und dann kam der Sommer.
Innerhalb einer Woche nach der Ernte der Frühjahrstracht waren die Waben wieder voll. Aber diese Mal war es kein Blütenhonig. Der matte Glanz in den Waben verrät es: Dieser wunderbare Honig wird schon in den Waben fest. Es ist ein Waldhonig, die sogenannte Meliztose. Diesen Honig gibt es nur alle paar Jahre. Leider lässt sich fast nicht schleudern und die Waben bleiben voll. Mit viel Mühe bekamen wir dann doch noch volle Eimer. Diese Mühe hat sich gelohnt.

Hier noch ein paar Sommer-Impressionen

Wildrosen für alle Sinne

Die ersten Proben der Probeimker

Den Kopf tief im Natternkopf

Ist alles dabei für den Umzug? Bienen, Deckel, Balken, Steine zum Beschweren …

Am nächsten Morgen zeigt sich, ob die ersten Völker ordentlich am neuen Stand stehen. Die Aufbauarbeiten waren in der Nacht erfolgt.

Andere Länder – anderes Imkern

April 5, 2019 in Imkern

Urlaub! Eine Woche Mazedonien im Frühling. Unzähliges zu sehen, lernen, und bewundern. Und als Imker ist da natürlich der Wunsch, auch einen Imker zu treffen, Stände zu sehen und Unterschiede zu lernen. Einen Imker habe ich auch getroffen. Aber die Sprachbarriere war so groß, dass ich nur wenig herausfinden konnte.

Dieser Imker fütterte seine Bienen mit Zuckerwasser und bedeutete, dass sein Honig schon verkauft sei und erst im August geschleudert werde. Das ging uns an anderer Stelle auch so. Die Beuten haben zum Teil ein zweites Flugloch, obwohl sie von außen nicht erkennbar geteilt sind.

Im Süden wird Kastanienhonig geerntet und es gibt ganze Wälder mit Kornelkirschen. Zur Bestäubung werden Bienen in den weiträumigen Plantagen mit Äpfeln und Mandeln eingesetzt.

Weiter im Norden wird die Landschaft karg, aber auch dort gibt es an jeder Ecke Bienen. Da auf den Hängen viele Kräuter wie Thymian, Mutterkraut, Wermuth, aber auch Schlüsselblumen, Krokusse und im Sommer sicher weitere Blumen wachsen, scheint sich das Imkern für die Bauern zu lohnen.