Interessantes, Neues, Rückblick und Hoffnungen, ganz normales Imkerleben eben

Was uns bewegt, was wir erleben mit unseren Bienen, was wir hoffen - und das ist für Imker immer ein wichtiges Thema, hier hat alles seinen Raum.

Wenn du Fragen hast, dann schreib uns einfach, wir nehmen gerne Themen auf.

 

Wohnen im Frühling

Mai 24, 2020 in Queerbeet

Eigentlich sollen unsere Bienen ja recht friedvoll so wohnen:

Leider machen sie es – gerade im Frühsommer – nicht immer so. Wenn das Nahrungsangebot wächst, wollen auch die Bienen sich vermehren und legen neue Weiselzellen an. Das sind die Zellen, in denen zukünftige Königinnen heranwachsen. Nachdem es aber immer nur eine Königin pro Volk geben kann, muss um den Geburtstermin der ersten neuen Königin die alte mit der Hälfte des Volkes ausziehen. Zurück bleiben eine oder mehrere Königin-Anwärterinnen. Wenn es mehrere gibt, kann das Volk auch mehrfach schwärmen – bis am Ende die ausziehenden Bienen den meisten Honig mitgenommen haben und vom ursprünglichen Volk kaum noch etwas da ist.
Daher tut man als Imker gut daran, seine Völker sorgfältig durchzusehen und die Weiselzellen auszubrechen. Das ist aber nicht immer ganz einfach, denn Bienen sind findig. Das kann dann zum Beispiel auch mal so aussehen:

Hier waren die Bienen sehr fleißig. Wenn man eine der Weiselzellen übersieht, ist der Himmel auf einmal voll mit schwärmenden Bienen. Das ist ein Erlebnis!

Wenn es gut geht, sammeln sich die Bienen in erreichbarer Höhe. Die Königin sitzt jetzt im Schwarm. Wenn man Glück hat, kann man sie in eine Beute schütteln. Dann ziehen alle Bienen ebenfalls in die Beute ein.

“Auswintern”

April 9, 2020 in Queerbeet

Ich muss jetzt unbedingt mal zeigen, worüber sich ein Imker im Frühling freut.

Das ist also eine schöne Wabe Anfang April. Sie sagt, dass es den Bienen gut geht, dass sie noch genug Vorrat haben, dass sie ein wunderbares Brutnest haben und dass sie schon genügend Pollen finden um die junge Brut groß zu ziehen.

Das Besondere am Brutnest ist, dass es immer rund angelegt wird, weil eine Kugel die physisch beste Wärmeverteilung bietet. Die Königin fängt mit einem sehr kleinen Brutnest oft schon im Januar an. Das sieht man auf dem Bild gut, denn die Bienen sind dort bereits geschlüpft und die Königin hat neue Eier in die leer gewordenen Zellen gelegt. Diese Brut ist noch offen und damit weniger als 9 Tage alt. Außen herum befindet sich ältere Brut.

Die Pollen sind ganz bunt, denn die Bienen holen ihn von verschiedenen Pflanzen. Krokusse sind hellgelb und die Pollenhöschen glänzen. Mirabellen haben dunkel-orangen Pollen. Aber natürlich kann man als Laie und ohne Mikroskop Pollen häufig nicht zuordnen. Er ist trotzdem schön.

Imkern mit Corona

März 28, 2020 in Imkern

Oder: Wie es ist, wenn “Tierwohl” eine ganz andere Bedeutung gewinnt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir Imker dürfen uns weiter um unsere Bienen kümmern. Mit allen Auflagen natürlich. So beeinflussen die Ausgangsbeschränkungen uns an vielen Stellen:
– Wir können in diesem Jahr keine neuen Probeimker ausbilden. Wir wären zu viele Imker an unserem Probeimkerstand.
– Unsere Probeimker im zweiten Jahr brauchen Betreuung. Wir müssen uns gut abstimmen und können nur immer einen Probeimker an den Stand lassen.
– Der Umzug von Völkern in die Tracht wird zur Herausforderung. Eine Beute allein zu tragen ist fast unmöglich, zu zweit aber schwierig. Tragen Sie mal eine Umzugskiste zu zweit ohne sich anzusehen.
– Bienen zu beurteilen, heißt auch oft, um Rat zu fragen und sich gemeinsam Details, z.B. auf der Wabe anzusehen. Auch das: Ein Problem.

Tierwohl

Bienen sind systemrelevant (mein neues Lieblingswort). Klar, ohne sie wären unsere Ernten mager und auf Windbestäuber begrenzt. Wir lieben unsere Bienen und pflegen sie. Alles was wir für unsere Bienen tun, dient deren Wohl – dem Tierwohl. Natürlich – wir wollen Honig ernten, vielleicht auch Propolis, Wachs, etc., aber das gelingt nur, wenn wir sie immer wieder unterstützen. Bienen sind keine Wildtiere, sondern “Haustiere” (naja…).

Zur Zeit “wintern wir aus”. Das heißt, wir putzen die Böden von toten Bienen, dem sogenannten Wintertotenfall, prüfen den Futtervorrat und beurteilen den Betrieb am Flugloch. Wenn es warm ist, können wir auch mal einen ersten Blick in das Volk wagen und sehen, ob die Brut gesund ist.
Das alles ist Tierwohl. Und diese Aufgaben werden wir Imker weiter erfüllen, denn Bienen sind für alle systemrelevant – für uns aber auch Liebe und damit steht doch gar nicht zur Diskussion, dass wir, mit allen Einschränkungen und Problemen, uns weiterhin für das Wohl unserer kleinen Freunde einsetzen.

Bild 1: Die Bienen haben noch Futter in den Waben und die Wachs-Überbauten auf den Rahmen sind noch vorhanden. Die Bienen nutzen sie, um in der kalten Jahreszeit leichter von Wabe zu Wabe zu klettern. Quasi wie eine Brücke.
Bild 2: Dieses Volk ist schon sehr stark. Es hat den Winter gut überstanden und brütet schon kräftig. Jetzt muss man sehen, dass der Futtervorrat reicht, denn es blüht noch nicht genug, so dass die Bienen sich selbst ernähren können.
Bild 3: Krokusse sind eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen, sie enthalten Pollen, den die Bienen für ihre Brut benötigen. Es gibt auch wilde Krokus-Sorten, die sich selbst gut vermehren.