Machen sie einen Winterschlaf?
Überleben alle Bienen den Winter?
Wo ist die Königin?
Woher kommt das Futter im Winter?
Müssen die nicht mal aufs Clo?
Diese und noch viele weitere Fragen werden mir oft gestellt.

Und so ist es wirklich:
Im Bienenherbst füttern wir ein. Der Bienenherbst dauert nur bis Ende September, dann müssen die Bienen genug Vorrat für den ganzen Winter haben. Wir versorgen sie mit durchschnittlich 20 kg Zuckersirup, der aus Zuckersorten besteht, die auch in der Natur vorkommen.

Futtersirup

Wenn es kälter wird, bilden die Bienen eine immer engere Kugel, sie rutschen quasi zusammen. In der Mitte sitzt die Königin, dort ist es am wärmsten, etwa wie in einem Wohnzimmer. Die Bienen, die außen sitzen, kühlen immer weiter ab und müssen rechtzeitig nach innen rutschen, bevor sie verklammen. Sonst sterben sie. So tauschen die Bienen immer wieder den Platz. Jede darf mal zum Aufwärmen in die Mitte.

Das Heizen kostet viel Energie. Daher müssen die Bienen an die Vorräte rankommen. Das klappt nur, wenn genug eingefüttert ist. Manchmal passiert es auch, dass ein Kälteeinbruch verhindert, dass die Bienen an die Futterreserven kommen. Der Weg durch die Kälte ist einfach zu weit. Dann erfrieren sie auf dem Weg und das Volk verhungert, weil Futternachschub fehlt.
Um leichter von Wabe zu Wabe wandern zu können, bauen die Bienen im Herbst kleine Brücken. Die darf der Imker niemals abkratzen!

Wabenbrücken

In jedem Fall sollten die Bienen im Herbst vielfältigen Pollen (Blütenstaub) in einer artenreichen Landschaft finden. Pollen ist eiweißreich und hilft den Bienen über den Winter zu kommen und die neue Brut, die kurz nach der Wintersonnwende angelegt wird, zu versorgen.

Bunter Pollen zeugt von Vielfalt.

Natürlich müssen Bienen auch abkoten. Sie tun das nur zuhause im Stock, wenn sie sehr krank sind. So treffen sie Vorkehrungen, damit keine Keime die Wohnung belasten. Sobald es etwa 10 Grad hat, fliegen die ersten Bienen aus. Wenn es mal ein schöner Tag ist, sollte man darauf verzichten, Wäsche außen zu trocknen. Die Bienen nutzen jedes Fleckchen, um sich zu erleichtern. Je weißer, desto besser.

Ein warmer Tag – ein erster Ausflug

Ab Februar blühen oft schon Hasel, Winterling, Krokus und dann Kornelkirschen. Jetzt gibt es den ersten Nektar und frischen Pollen. Bis die Bienen aber über den Berg sind, dauert es noch. Erst wenn die Kirschen blühen, ist alles in trockenen Tüchern. Und bis dahin ist es noch ein ganz schön langer Weg.

Bienen mögen am Liebsten Salweiden.
Krokusse werden gern besucht.