Oder: Wie es ist, wenn “Tierwohl” eine ganz andere Bedeutung gewinnt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir Imker dürfen uns weiter um unsere Bienen kümmern. Mit allen Auflagen natürlich. So beeinflussen die Ausgangsbeschränkungen uns an vielen Stellen:
– Wir können in diesem Jahr keine neuen Probeimker ausbilden. Wir wären zu viele Imker an unserem Probeimkerstand.
– Unsere Probeimker im zweiten Jahr brauchen Betreuung. Wir müssen uns gut abstimmen und können nur immer einen Probeimker an den Stand lassen.
– Der Umzug von Völkern in die Tracht wird zur Herausforderung. Eine Beute allein zu tragen ist fast unmöglich, zu zweit aber schwierig. Tragen Sie mal eine Umzugskiste zu zweit ohne sich anzusehen.
– Bienen zu beurteilen, heißt auch oft, um Rat zu fragen und sich gemeinsam Details, z.B. auf der Wabe anzusehen. Auch das: Ein Problem.

Tierwohl

Bienen sind systemrelevant (mein neues Lieblingswort). Klar, ohne sie wären unsere Ernten mager und auf Windbestäuber begrenzt. Wir lieben unsere Bienen und pflegen sie. Alles was wir für unsere Bienen tun, dient deren Wohl – dem Tierwohl. Natürlich – wir wollen Honig ernten, vielleicht auch Propolis, Wachs, etc., aber das gelingt nur, wenn wir sie immer wieder unterstützen. Bienen sind keine Wildtiere, sondern “Haustiere” (naja…).

Zur Zeit “wintern wir aus”. Das heißt, wir putzen die Böden von toten Bienen, dem sogenannten Wintertotenfall, prüfen den Futtervorrat und beurteilen den Betrieb am Flugloch. Wenn es warm ist, können wir auch mal einen ersten Blick in das Volk wagen und sehen, ob die Brut gesund ist.
Das alles ist Tierwohl. Und diese Aufgaben werden wir Imker weiter erfüllen, denn Bienen sind für alle systemrelevant – für uns aber auch Liebe und damit steht doch gar nicht zur Diskussion, dass wir, mit allen Einschränkungen und Problemen, uns weiterhin für das Wohl unserer kleinen Freunde einsetzen.

Bild 1: Die Bienen haben noch Futter in den Waben und die Wachs-Überbauten auf den Rahmen sind noch vorhanden. Die Bienen nutzen sie, um in der kalten Jahreszeit leichter von Wabe zu Wabe zu klettern. Quasi wie eine Brücke.
Bild 2: Dieses Volk ist schon sehr stark. Es hat den Winter gut überstanden und brütet schon kräftig. Jetzt muss man sehen, dass der Futtervorrat reicht, denn es blüht noch nicht genug, so dass die Bienen sich selbst ernähren können.
Bild 3: Krokusse sind eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen, sie enthalten Pollen, den die Bienen für ihre Brut benötigen. Es gibt auch wilde Krokus-Sorten, die sich selbst gut vermehren.