Jeder spricht von der Trockenheit in diesem Jahr und ich auch. Ich hatte viele meiner Völker an eine Anhöhe gestellt, mit Blick auf ein gelbes Meer, in den schweren Duft von Raps.

Nachdem dieser sich nach einem schweren Start erholt hatte, fing er auch vielversprechend an zu blühen. Es gibt einen Spruch über den Raps: „Raps braucht einen warmen Konpf und nasse Füße“. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht. Es kam sogar so weit, dass er eine Notblüte ansetzte und gar keine Chance hatte, den saftigen Nektar in die Stängel zuu saugen. So blieben auch unsere Honigräume leicht – viel leichter als im Vorjahr zumindest.

Im Sommer blühte es überall auf den Wiesen wunderschön, aber auch hier machte sich die anhaltende Trockenheit bemerkbar. Der geerntete Honig ist schmackhaft und kräftig, ein exzellenter Sommerhonig. Da die reichen Blüten nur auf den einmal gemähten Wiesen richtig zum Blühen kamen, haben wir auch gleich den Naturschutz unterstützt und mit der Bestäubung der Sommerblumen die Vielfalt der Blumen und Kräuter gefördert.

Bis in den Herbst hinein flogen die Bienen noch. Aus den warmen Tagen wurde auf einmal Spätherbst und von einem Tag auf den anderen kehrte an den Fluglöchern Ruhe ein. Jetzt wünschen wir uns, dass unsere Lieben gut über den Winter kommen und dann gut in den Frühling starten. Bis dahin werden wir im Dezember noch einmal kurz stören, um die Bienen letztmalig in diesem Jahr gegen die Milben zu behandeln.

Im Moment packen wir viele, viele Päckchen für den Gescchenkversand und danach ist die Halle dran: Aufräumen, säubern, die Rähmchen für das neue Jahr richten, die kleinen Kästen für die Königinnen-Zucht wieder herrichten. Ich freue mich drauf – ist es doch ein bisschen der Anfang vom neuen Bienenjahr.